Wieder bei dir ankommen

Eigene Bedürfnisse erkennen

Ich weiß nicht, was ich gerade brauche

Du sitzt am Schreibtisch, umgeben von ungeklärten Aufgaben und einer ständigen Flut an Gedanken und weiterer To Dos. Vielleicht bist du auch ganz woanders und eben nicht am Schreibtisch, egal. Du bist aber irgendwie getrieben.

Und auf einmal spürst du etwas ganz deutlich: Ich bin unzufrieden. Und vielleicht stellst du dir sogar recht schnell die Frage: Warum fühle ich mich gerade unzufrieden? Was ist los mit mir? Was ist auf einmal anders? Es ist doch alles so wie sonst. Warum

Dieses Gefühl, innerlich nicht genau zu wissen, was einem gerade nicht gut tut oder einfach nur zu merken, dass man unzufrieden ist, ist manchmal verwirrend. Es ist auf einmal da. Es zeigt sich oft in den Momenten, in denen das Denken bei uns Menschen überhandnimmt und die Verbindung zum eigenen Körper abhandengekommen ist. Man ist sozusagen in den klassischen Funktionsmodus gekommen und der macht natürlich nicht glücklich, weil er eben „funktioniert“ und nicht fühlt. Und scheinbar sind wir Menschen so gestrickt, dass der Funktionsmodus, Gott sei Dank, eine zeitliche Begrenzung hat und irgendwie ein Alarmsignal ertönt. Das sollte uns wach rütteln. Gefährlich wird es dann, wenn man den Alarm zu oft überhaupt.

Nun ist es aber passiert und wir sitzen da und sind unzufrieden. Der Alarm hat getönt.

Und nun? Nun beginnen wir zu überlegen, was da los ist. Es fühlt sich zu Beginn meist so an, als stehen wir im Nebel. So zwischen uns selbst und deinen eigenen Bedürfnissen und je mehr man sucht, umso dichter wird der Nebel oder umso verläuft man sich. Es scheint kompliziert.

Orientierungslosigkeit im Körper und im Gefühl

Und diese Unzufriedenheit zeigt sich nicht nur in unseren Gedanken, sondern auch in unserem Körper. Der eine spürt eine gewisse Anspannung im Brustkorb, der andere spürt eine Enge im Hals, der nächste hat Herzrasen und der andere fühlt sich erschöpft und kraftlos. Bei mir ist diese dumpfe Unzufriedenheit oft eine Mischung aus Müdigkeit, Gereiztheit und Ruhelosigkeit, gepaart mit Unruhe und Anspannung. Nicht schön!

Und genau jetzt soll man auch noch darüber nachdenken, warum man eigentlich unzufrieden ist und was man vernachlässigt hat? Das klingt nach einer harten Aufgabe! Und so ist sie es auch. Gedanken wie „Ich sollte eigentlich…“ oder „Was will ich überhaupt?“ fangen an, sich ständig zu wiederholen. Gleichzeitig bleibt der Zugang zu den eigentlichen Gefühlen verschlossen, als wären sie in einer Schatzkiste verborgen.

Aber, wie erkenne ich denn nun meine eigentlichen Bedürfnisse?

Das Geheimnis liegt darin, den Fokus bewusst vom Denken in Richtung Körper und Gefühle zu lenken und das klingt komplizierter als es ist. Mir hilft es dann meist, mich einfach mal komplett rauszunehmen, in Ruhe zu atmen (4 zu 6 Atmung ist super) und einfach erst einmal runterzufahren. Nichts tun und nichts bewusst denken. Musik hören, spazieren gehen, rumliegen. Egal was, für mich ist es diese Ruhe und dann taucht es von Innen ganz von allein auf: Das Gefühl, was dahinter steht. Und ja, meist ist es kein Schönes. Man ist ja auch nicht umsonst unzufrieden.

Manchmal braucht es ein wenig Mut, da einfach so reinzuhören und mit Offenheit und Neugier zu beobachten, was sich da gerade zeigt.

Nun ja und eins hilft mir tatsächlich noch mehr als Ruhe: Biodanza. Es ist für mich wie ein Schalter, der sich ganz schnell umlegt. Raus aus dem Kopf, raus aus dem Funktionieren, rein ins pure Fühlen. Es muss nur die Musik beginnen, ich fange an mich zu Bewegen und irgendwann ist der Kopf einfach aus. Ich merke das natürlich nicht in diesem Moment, aber ich merke es, wenn die Vivencia zuende ist und wie einfach auf einmal die Antworten auf ganz viele Fragen sind.

Warum Biodanza den Zugang zu den eigenen Bedürfnissen öffnen kann

Bewegung, besonders in der Form von Tanz, berührt uns auf vielen Ebenen gleichzeitig: körperlich, emotional und sozial. Unser Nervensystem ist durch Bewegung direkt ansprechbar. Wenn wir tanzen, bekommt unsere Gehirn ganz viele Signale, die dabei helfen, Stress abzubauen. Und es geht noch weiter: Das parasympathische Nervensystem, verantwortlich für Entspannung und Regeneration, wird durch rhythmische und fließende Bewegungen aktiviert.

Das führt zu einer besseren Körperwahrnehmung und einem Gefühl von Verbundenheit mit sich selbst. Und das ist bereits der wichtigste Schritt:

Man verbindet sich wieder mit sich selbst.

Diese Verbindung ist sozusagen die wiederhergestellte Straße, auf der man jetzt entlang gehen kann und viele Botschaften empfängt. Und für diese Verbindung musste man bewusst überhaupt nichts tun, gar nichts. Und das ist vielleicht auch das Schwerste für uns Menschen: Nichts tun. Das Gute ist aber, dass uns Musik und Tanzen dabei extrem helfen.

Bewegung hilft außerdem eingefahrene Gedankenschleifen zu unterbrechen und neue Wahrnehmungsräume zu öffnen. So können eigene Gefühle und Bedürfnisse leichter zugänglich werden.

Daneben verbindet uns Biodanza natürlich auch mit anderen Menschen und das auf einer nonverbalen Ebene. Diese Form der Verbindung ist oft weniger von Erwartungen oder Bewertungen geprägt und ermöglicht Nähe, ohne sich gleich festlegen zu müssen. Die Verbindung über Bewegungen und Rhythmus schafft Vertrauen und das Gefühl, im Kontakt wirklich gesehen zu werden. Man verbindet sich also nach innen und nach außen.

Dadurch entsteht ein sicherer Rahmen, in dem das Zulassen von Gefühlen und die Entdeckung eigener Bedürfnisse leichter möglich ist.

Im Tanz wird das Erleben nicht nur gedacht, sondern körperlich erfahren.

Das macht die eigene innere Welt spürbarer und verständlicher.

Meine eigenen Erfahrungen mit Biodanza und der körperlichen Wahrnehmung

Durch Biodanza habe ich erfahren, wie sehr ich mit mir in Kontakt kommen kann, mit meinem Kern. Und witzigerweise: auf ganz einfache Art und Weise, die mir sogar Spaß macht. Und es ist so viel einfacher, nicht nur über Bedürfnisse nachzudenken, sondern sie wirklich im Körper zu spüren und sie danach zu formulieren.

Keine Sorge, all das ist kein dramatischer Vorgang, sondern eher eine sanfte Entdeckung, bei der der Körper nach und nach wieder mit ins Spiel kommt und all das geht auch nicht von heute auf morgen und auch nicht in einer einzelnen Vivencia, sondern es ist eine Entwicklung. Aber eine ganze tolle.

Biodanza in Chemnitz und Leipzig

Einladung zur eigenen Entdeckungsreise

Vielleicht ist es für dich ein erster Schritt, den Blick vom Denken zu lösen und dem Körper mehr Aufmerksamkeit zu schenken. In einem ruhigen Moment kannst du spüren, wie es gerade in dir aussieht. Manchmal reicht es, sich selbst zuzuhören und mit Neugier zu fragen: Was zeigt sich gerade? Was könnte ich jetzt brauchen?

Es ist eine Einladung, sich Raum zu geben für eigene Erfahrungen und dabei behutsam zu sein. Der Weg zu den eigenen Bedürfnissen ist oft nicht geradlinig, aber jeder Schritt ist eine Bewegung in Richtung mehr Lebendigkeit und Verbindung mit dir selbst und der Welt um dich herum.

Wenn Du Interesse an Biodanza in Chemnitz oder Leipzig hast, melde Dich gern bei mir.

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